7.9.1870

Dokumentstatus

Brev

Afsender

Johan Bravo

Modtager

Elisabeth Jerichau Baumann

Regest

Kunstagent Johan Bravo opridser for Elisabeth Jerichau Baumann den øjeblikkelige situation omkring hans arbejde med hendes ægtemand, billedhuggeren J.A. Jerichaus nyeste projekter. Det indholdsmættede brev giver på denne måde et grundigt indblik i de mange forskelligartede, mere ‘praktiske’ sider i forbindelse med kunstnernes udfoldelser i Rom.
Bravo har således brug for helt nøjagtige data vedr. nye bestillinger af marmorblokke til Jerichaus påtænkte arbejder, samt penge til udlæg, idet han allerede har en større sum til gode hos de kunstnere, hvis affærer han tager sig af.
Også forarbejdet på de enkelte skulpturer skal organiseres og betales. Her gør Bravo brug af sine kontakter til lokale, mindre kendte – unge? – billedhuggere, der efter anvisninger fra skulpturens navngivne ophav, dvs. her Jerichau, påbegynder og i en nærmere aftalt grad fuldender hugningen af det pågældende værk. Metoden er især kendt fra Thorvaldsens værksted i Rom, men er øjensynlig også brugt af andre kunstnere i tiden. Bravo påpeger, at der er rift om de dygtigste af disse, og beder derfor om hjælp til at planlægge og dermed sikre sig deres medvirken.
Forsendelsen af de således påbegyndte arbejder skal også planlægges – her til Paris, hvor Jerichau på dette tidspunkt opholder sig. Det fremgår af brevet, hvordan det for kunstagenten har været noget af et puslespil at få transportmuligheder, udgifter og tidsmæssig planlægning til at passe sammen. Hertil kommer de politisk noget tumultariske forhold i forbindelse med Italiens samling og endelig pavestatens indlemmelse i det nye Italien i 1870.

Brev

Frascati D 7. Sept 1870

Liebe Freundin,

Von hieraus beantworte ich Ihren werthen Brief, vom 17. Juli, welches zu thun ich von einer Woche zur andern aussetzte und da ich Sie nicht länger warten lassen will, so fasse ich mich heute so kurz als möglich, indem dieser Brief noch nach Rom zu Post geschickt werden muss, um Ihnen über Ancona u. Triest zu zukommen.
Es freut mich dass Sie so brillante Erfolge in London und Paris gehabt, nur immer muthig vorwärts und ich hoffe dass Sie für unsere Künstler ein gutes Beispiel abgeben warden, die an der Scholle Erde wo sie geboren sind, wie eingewurzelt stehen bleiben und die ganze andere Welt für nichts halten.
Ueber Jerichau Affairen wie folgt: Trinchieri hat nach der letzten Abrechnung den 13 Decbr. J. an den Jäger im Monat März nur 18 Tage gearbeitet, also nicht viel gemacht. Er hat seitdem bei einem Engländer Arbeit // gefunden der ihm gut zahlt. Ich will Ihnen hiermit keinen Vorwurf machen, jedoch bemerken, wollte Jerichau den Jäger soweit fertig haben um nur die letzte Hand in Paris daran zu legen so hätte er Trinchieri nicht auf so unbestimmte Bedingungen stellen sollen. Doch dran ist nun nicht zu helfen und will Jerichau diese Statue bis März in Paris haben, um wie gesagt dort die letzte Hand daran zu legen, so bitte ich mir bestimmt zu sagen ob ich einen andern Bildhauer annehmen soll und wie viel ich per Tag geben soll, dass dieser ein tüchtiger Arbeiter sein muss, versteht sich von selbst und Bildhauer Wolff wird mir schon einen verschaffen.
Wegen Sendung des Gipsbasrelief, nach mitgesendeter Durchzeichnung, so thut es mir leid dass diese zu spät eintraf, indem die Kiste von Evens bereits gepackt und nach Ripa grande verschickt war. Evens sagt mir, dass die Kiste ganz voll war und überdiess kein weiteres Stück Gips fassen konnte. Er hat aus Rücksichten der Spesen, die Statue in mehrere Stück einpacken lassen. Wenn Jerichau sie nicht über Land gesandt haben will, so muss ich eine andere Gelegenheit abwarten um das gesagte Basrelief zu senden // Mit Lazzerini in Carrara habe ich mich in Verbindung gesetzt, das Maass aufgegeben um sich nach einem solchen Block Crestola umzusehen und mir darüber zu berichten. Ich that dieses damit er nicht gleich kauft, da in Livorno doch keine direkte Schiffsgelegenheit nach Kop. vorhanden ist und Evens seine Kiste nach Hamburg gesendet werden musste. Allso bis zum Frühjahr muss Jerichau sich gedulden, dass der Marmor mit erster Schiffsgelegenheit befördert wird. Dann möchte ich dass Jerichau mir genau sagt wie ich die Bestellung machen soll, wenn er unter der Zeichnung mit dem Maass sagt: Et eller 2 Stykker Marmor Crestola af dette Maal vil jeg gjerne have fra Carrara xx – Tillige ønsker jeg en 6 Blokke store til Buster ogsaa af Crestola. Der letzte Satz ist ganz klar, jedoch der erste: will Jerichau ausser den Block nach aufgegebener Zeichnung, noch 2 andere Blöcke nach oben den Maass haben, oder nur einen, im Ganzen 2 Blöcke? Soll Lazzarini sich bei dem zweiten Block genau an das gegebene Maass halten? Dieses bitte ich mir von ihm aus, bevor ich die Bestellung mache, denn so wie Lazzarini den Marmor kauft, so sendet er mir die Rechnung mit seiner Provision und ziehet einen Wechsel auf mich, den er als Zahlung // dort ausstellt und den ich gleich zahlen muss. Ich bitte deshalb dass Jerichau mir unter dessen einen Wechsel auf mindesten 1200 Frs auf Paris sendet, indem ich so knapp bei Geld bin dass mir ordentlich bangt. Ich bin über 800 Scudi im Vorschuss an den Landsleuten. Nach flüchtiger Uebersicht, bin ich heute über 24 Scudi im Vorschuss mit seiner Rechnung und Ende dieses [Monats] muss ich die Miethe des Ateliers mit 22 Sc. 50 Baj. zahlen, allso im Ganzen 46 ½ Sc. im Vorschuss. Allso Geld, Geld und nochmehr Geld. Ueber Politik nichts, denn Gutes ist nicht daran zu erwarten. Aus Neapel sehen wir ja den Augenblick das Ende der Tragödie entgegen. Bei alle dringt unser Freund E. Meyer, seit 2 Monate in Neapel nun wie der schlechte Witz sagt, sich trotz Stock und Krücke als Voltigeur für Garibaldi anwerben zu lassen. Bei seiner Hinfälligkeit gehört mehr als Muth dazu in Neapel zu bleiben, während alle Welt von dort fliehet. Ihren Auftrag an ihn werde ich ausrichten so bald er herkommt. Ihr freundliches Anerbieten, mir eine kleine Arbeit zu finden nehme ich mit dank an und ist es möglich geben Sie diese einen der Landsleute mit, der hierher kommt. Die Hitze hat sich auch hier verspätet eingestellt u. es ist noch gar keine Aussicht auf Linderung. Addio grüssen Sie Jerichau die guten Bekannten dort von Ihrem
ergebensten Freund
J. Bravo

(Giornis sind in Albano)

Personer

Original

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Sidst opdateret 01.04.2022